Flammeninferno im Krefelder Affenhaus

Foto: Symbolbild Affe

In der Silvesternacht hat ein Brand das Affenhaus des Krefelder Zoos verwüstet; alle darin lebenden Menschenaffen kamen ums Leben. Die Ursache ist noch unklar, nach Medieninformationen könnten aber Feuerwerkskörper den Brand ausgelöst haben. Dazu kommentiert James Brückner, Leiter des Referats für Natur- und Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund:

„Wir sind geschockt und fühlen mit den Tierpflegerinnen und Tierpflegern im Krefelder Zoo, die letzte Nacht ihre Schützlinge verloren haben. Sollten wirklich Feuerwerkskörper den Brand verursacht haben, wäre dies ein schrecklicher Beleg dafür, welche dramatischen Folgen unkontrollierte Böllerei haben kann. Zumindest rund um Bereiche, in denen viele Tiere leben – und dazu zählen natürlich auch Zoos – braucht es dringend Schutzzonen, in denen private Silvesterfeuerwerke untersagt sind. Selbst todbringende Brände können sonst nicht ausgeschlossen werden – egal ob es sich um Zoos, Tierheime oder landwirtschaftliche Betriebe handelt. Wir hoffen nun für alle Beteiligten auf eine schnelle Aufklärung der Tragödie in Krefeld.“

Nachtrag am 02.01.2020

Anknüpfend an die Forderung nach Tierschutzzonen in der Silvesternacht rund um Gebäude mit Tierhaltung, wie Tierheime, Zoos und landwirtschaftliche Ställe kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die aktuelle Entwicklung zur Tragödie im Krefelder Zoo:

„Das ist eine unfassbare Tragödie, für die Tiere, aber auch für alle Tierfreunde. Die Personen, die das Feuer verursacht haben, müssen dafür auch ohne wenn und aber zur Rechenschaft gezogen werden.
Es bleiben aber Grundsatzfragen als Lehre aus der Tragödie, die davon unabhängig ausführlich betrachtet werden müssen. Nach Aussagen in der Pressekonferenz waren in dem Affenhaus keine Brandmelder installiert, weil diese nach Baurecht für solche Altbauten nicht vorgeschrieben seien und Rauchmelder durch die hohe Stauabbildung ständige Fehlalarme auslösen würden. Nach dieser Katastrophe muss das kritisch hinterfragt werden, denn die meisten Zooanlagen sind Altbauten. Es gilt nun, das Baurecht eilig zu verschärfen und bestehende Tiergehege zu überprüfen und nachzurüsten. Neubauten dürfen nur genehmigt werden, wenn Brandschutz gewährleistet wird.

Der Zoodirektor und auch der Oberbürgermeister haben sich spontan dazu bekannt, das Haus neu bauen und erneut Menschenaffen halten zu wollen. Bei allem Verständnis der ersten Emotion: Menschenaffen gehören in keine Zoogefangenschaft und daher raten wir, dass die Verantwortlichen nochmals intensiv beraten, ob der Krefelder Zoo den Weg – wieder – gehen will. Wir raten davon ab.“