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Von Fischen und Teichen: Auf Wasserqualität achten

Foto: Ulrike Schanz

Wiesbaden, 6. Mai 2021 – Gartenteiche sind wieder im Trend! Im vergangenen Jahr 2020 legten rund 200.000 Gartenbesitzer einen Teich auf ihrem Außengelände an; insgesamt gibt es in Deutschland 1,4 Millionen Gartenteiche mit Zierfischen. Um lange Freude an seinem Gewässer zu haben, braucht der ambitionierte Gärtner ein Basiswissen über die nötige Wasserqualität und die Biologie der Fische. Wenn in den Gartenteich Fische gesetzt werden sollen, empfiehlt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) die Beratung des Zoofachhandels in Anspruch zu nehmen. „Es gibt auch im Internet viele Infos zum Anlegen von Teichen, diese widersprechen sich aber sogar teilweise“, sagt Diplom-Biologe Heiko Blessin, der als Leiter von Forschungsexpeditionen und Marketing-Chef bei einem Mitgliedsunternehmen des ZZF (JBL GmbH & Co. KG) beschäftigt ist. Knackpunkte seien die Frage der Teichgröße und der Wassermenge pro Fisch sowie Details zu Wasserqualität und Fütterung.

Kleiner Teich – kleiner Fisch?

„Fische kann ich schon in einem kleinen Teich ab 200 Litern halten“, erklärt Blessin. „Natürlich keine fünf ausgewachsenen Kois, sondern geeignete Kleinfischarten.“ Entscheidend sei nicht nur die Wassermenge, sondern ebenso ein gutes Filtersystem. Von Faustregeln wie „pro 1.000 Liter 30 Zentimeter Fisch“ hält er nicht viel und erläutert die Gründe: „Für kleine Teiche eignen sich eher klein bleibende Fischarten wie Moderlieschen oder Elritze“, verrät Heiko Blessin. „Generell sind für Anfänger aber große Wassermengen einfacher zu handhaben: Sie verzeihen auch mal kleinere Fehler.“

Ein Gartenteich braucht mindestens 80 Zentimeter Tiefe, wenn Fische dauerhaft darin leben sollen. In sehr kalten Regionen ist sogar eine Tiefe von 150 Zentimetern nötig. So kann man sicher sein, dass der Teich im Winter nicht bis zum Grund durchfriert, im Sommer die Wassertemperatur am Boden des Teiches niedriger bleibt und die Temperaturen während einiger heißer Tage nicht so schnell ansteigen. In den Sommermonaten ist es wichtig, dass die Wasseroberfläche nicht komplett von der Sonne bestrahlt wird – sonst heizt sich das Wasser zu sehr auf. „Pflanzen im Teich packt man am besten in Pflanzkörbe, dann kann man sie auch mal rausholen“, meint der Experte. Neben der Seerose empfiehlt er Hornkraut, das ohne Bodenkontakt wachsen kann und gut für die Wasserqualität ist.

Wieviel Pflege muss sein?

Der Wind spült Pflanzenteile ins Wasser, Laub sammelt sich am Grund, es regnet hinein: Ein Gartenteich ist ein offenes System. Sofort findet die „biologische Animpfung“ statt und verschiedene Bakterien gelangen ins Wasser, was gut ist. Der neu eingebaute Wasserfilter ist zunächst steril. „Es ist deshalb wichtig für die Wasserqualität, Starterbakterien in den Filter zu geben, die den Filter besiedeln.“, rät Heiko Blessin. Manche Filter haben vorgeschaltete UV-C-Wasserklärer, die für den ersten Monat abgeschaltet werden sollten, denn sie verhindern sonst die Bakterienbesiedelung des Filters. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der UV-C Wasserklärer einzeln zuschaltbar ist. Nach etwa einem Monat sind genug Bakterien im Filter und der Wasserklärer kann zugeschaltet werden, um gegen Algen und ein Zuviel an Bakterien zu wirken.

Gerade für Anfänger ist das Testen der Wasserqualität sehr wichtig: Einmal in der Woche misst man die Karbonathärte sowie den pH-Wert einmal morgens früh und abends spät. Das Regenwasser verdünnt das Teichwasser und so wird der Mineraliengehalt, die so genannte Wasserhärte, geringer: Sie ist aber der Garant dafür, dass der pH-Wert im Teichwasser nicht zu stark schwankt und das wiederum ist für die Gesundheit der Fische elementar. Außerdem sei es wichtig, regelmäßig den Ammonium- und Nitritgehalt im Teich zu bestimmen. Beide Werte sollten möglichst niedrig bleiben, sonst kann den Fischen Gefahr drohen. „Wem das Testen zu kompliziert erscheint, der kann auch regelmäßig eine Wasserprobe im örtlichen Zoofachhandel abgeben, um diese dort testen zu lassen. Viele Zoofachhandlungen und -ketten bieten das Testen gegen eine geringe Gebühr oder kostenlos an“, erklärt Blessin.

Fische haben immer Hunger

„Die Ursachen für eine abnehmende Wasserqualität sind meist schnell zu finden“, so der Fachmann. „Zu viele Fische, zu viel Futter, zu kleine Filter, zu wenig Wasser.“ Er empfiehlt deshalb, schon beim Anlegen des Teiches auf diese Parameter zu achten und dann beim Füttern aufmerksam zu sein. „Fische haben immer Hunger“, sagt Blessin. Es sei nicht sinnvoll, sie „nach Bedarf“, also wenn sie betteln, zu füttern. Besser sei eine regelmäßige Fütterung zweimal täglich mit einer begrenzten Menge. „Die Fische sollten interessiert herbeischwimmen, wenn das Futter im Teich ist und es innerhalb von drei Minuten aufgefressen haben.“ Es empfiehlt sich sowieso, die Tiere genau zu beobachten. Wer aufmerksam für seine Fische bleibt, der lernt ihre Bedürfnisse kennen und kann am besten dafür sorgen, dass sie gesund und munter bleiben – wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser.

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Für den Notfall gut gerüstet

Foto: BfT / Shutterstock

Bonn (ots)

Es gibt jedoch Utensilien und Medikamente, die in einer Notfallapotheke für das Tier nichts verloren haben. Im Zweifel ist der Gang zum Tierarzt die beste Wahl.

Nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hund und Katze stehen Unfälle in der Notfall-Statistik ganz weit oben. Häufig sind auch Biss- und Schnittverletzungen beim Spaziergang, bei Raufereien mit anderen Hunden oder im Streit mit der Nachbarskatze. Daraus resultierende kleinere Wunden lassen sich gut selbst versorgen, wenn entsprechendes Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel schnell zur Hand sind. Wer sehr gut vorbereitet sein will, kann sogar einen „tierischen“ Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Eine Liste mit wichtigen Telefonnummern, etwa die des Tierarztes, helfen im Falle eines Falles, das Richtige zu tun.

Die gute Absicht, seinem Tier schnell helfen zu wollen, darf jedoch niemals dazu führen, zu ungeeigneten Arzneimitteln zu greifen, die gerade im Haushalt verfügbar sind. Oftmals erreicht man dadurch nämlich das Gegenteil. Die Tierarten unterscheiden sich zum Teil grundlegend in ihrem Stoffwechsel. Es sollten also keine Hundemedikamente an Katzen verabreicht werden und umgekehrt. Sogar innerhalb einer Tierart gibt es verschiedene Tierarzneimittelgrößen oder -stärken, die genau auf das Tier abgestimmt sind. So gibt es zum Teil spezielle Größen für kleine, mittelgroße und große Hunderassen. Was für die große Dogge richtig ist, kann für den kleinen Dackel, da weit überdosiert, schädlich sein.

Auf keinen Fall sollte man Humanarzneimittel an Tiere verabreichen. Hat ein Tier beispielsweise starke Schmerzen, ist die Versuchung groß, in die Familien-Hausapotheke zu greifen. Doch Vorsicht: Selbst die gutgemeinte Säuglingsdosierung kann schlimme Folgen haben. Zahlreiche in der Humanmedizin verwendete Wirkstoffe sind für Tiere ungeeignet.

Der Grund dafür ist, dass Medikamente im menschlichen und tierischen Körper unterschiedlich verstoffwechselt werden. Entstehende Stoffwechselprodukte oder sich anreichernde nicht ausgeschiedene Wirkstoffe können schwere Nebenwirkungen auslösen und massive Schädigungen und Vergiftungen zur Folge haben. Selbst zwischen Hund und Katze gibt es gravierende Unterschiede – so fehlt der Katze beispielsweise ein bestimmter Stoffwechselweg, der in der Leber stattfindet, die sogenannte Glucuronidierung. Medikamente oder Substanzen, die nur darüber ausgeschieden werden, können somit für die Katze tödlich sein. Gängige Produkte wie das Schmerzmittel Paracetamol oder Teebaumöl, aber auch der in Floh- und Zeckenmitteln für Hunde verwendete Wirkstoff Permethrin gehören in die für Katzen gefährliche Kategorie.

Die Wirkung von Medikamenten ist zudem von Eigenschaften wie der Aufnahme, Verteilung und Bindung im Körper abhängig. Auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Tierarten und Unterschiede zum Menschen. Davon abhängig ist die Dosierung eines Arzneimittels. Auch Nebenwirkungen und Verträglichkeit sind verschieden. Darüber hinaus spielen das Alter des Tieres, das Geschlecht und sein Gesundheitszustand eine Rolle. Besondere Vorsicht ist bei Leber- und Nierenerkrankungen geboten. Auch sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu berücksichtigen und Gegenanzeigen zu beachten.

Fazit: Man muss nicht wegen jeder kleinen Blessur den Tierarzt aufsuchen. Kommen aber Medikamente ins Spiel, sollte man in jedem Fall dem Tierarzt die Diagnose überlassen und seinem Therapieplan folgen. Gleiches gilt bei allen größeren oder tieferen Wunden und deutlicher Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens.

Weitere Informationen:

Grafik: Erste Hilfe beim Hund

Erste Hilfe für Hunde: Alles im Griff

Besser zum Tierarzt gehen

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Im Frühling ohne Zecken

VIER PFOTEN gibt Tipps, wie Sie Ihren Vierbeiner schützen und Zecken richtig entfernen 

Mit steigenden Temperaturen werden auch Zecken wieder aktiver. Sobald das Thermometer über acht Grad anzeigt, erwachen die winzigen Spinnentiere aus ihrer Winterstarre. Die Insekten verbeißen sich unbemerkt in Hunde und Katzen, um deren Blut zu trinken. Durch ihren Biss können die Parasiten Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose oder die Gehirnhautentzündung FSME übertragen. Die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN gibt Tipps, wie Sie Ihr Heimtier schützen und sicher durch die Zeckenzeit bringen.

„Zecken halten sich vorrangig in Wäldern, hohem Gras und dichten Gehölzen auf. Sobald ein potenzieller Wirt, sprich ein Hund oder eine Katze, vorbeigeht, lassen sie sich fallen. Im Fell finden die kleinen Spinnentiere gut Halt und arbeiten sich dann bis zur Haut vor. Zecken setzen sich bevorzugt an gut durchbluteten, weichen Stellen wie Ohren oder im Lendenbereich fest. Jetzt, wo es wärmer ist, sind die Parasiten wieder sehr aktiv. Nach jedem Freilauf und jeder Gassi-Runde sollten Sie Ihren Hunde oder Ihre Katzen deshalb gründlich absuchen. Zecken nach Möglichkeit sofort nach dem Entdecken entfernen, denn beim Blutsaugen sondern sie ihren Speichel ab, der gefährliche Krankheitserreger enthalten kann.“ Sarah Ross, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN

Zecken richtig entfernen – so geht’s

Hat sich eine Zecke bereits festgebissen, sollte man nicht warten, bis sie vollgesogen von allein abfällt. Mit etwas Fingerspitzengefühl und einer Pinzette bzw. einem kleinen sogenannten Kuhfuß kann man die Zecke vorsichtig herausziehen. Dabei muss sich der Hund oder die Katze möglichst ruhig verhalten. „Bei diesem Prozedere bitte unbedingt darauf achten, die Zecke nicht zu quetschen. Ansonsten gibt der Parasit etwaige Erreger in die Bisswunde ab. Mit einer Pinzette oder einem Kuhfuß sollte man sich so nah wie möglich an die Haut des Hundes oder der Katze herantasten und dann die Zecke langsam und mit gleichmäßigem Zug entfernen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass auch der Kopf des Insekts entfernt wird und nicht stecken bleibt. Ein Blick mit der Lupe zeigt, ob die Zecke vollständig entfernt worden ist. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Tierarzt unverzüglich den Rest herausnehmen“, erklärt Sarah Ross.

Die Bissstelle sollte nach dem Entfernen mit einem für Heimtiere geeigneten Desinfektionsmittel gereinigt werden. VIER PFOTEN-Expertin Sarah Ross: „Heimtier-Halter sollten aufmerksam bleiben und die Bissstelle beobachten. Bleibt die Haut gerötet oder entwickelt sich eine Entzündung, muss das Tier dem Tierarzt vorgestellt werden. Vor allem, wenn der betroffene Hund oder die Katze Symptome wie Fieber, Mattigkeit oder geschwollene Lymphknoten zeigt.“

Richtig schützen und Bisse verhindern

Zeckenbisse stellen für jedes Tier ein Gesundheitsrisiko dar. Die Insekten sind Überträger von gefährlichen Krankheiten wie etwa Babesiose, die gefürchtete Hunde-Malaria. Um sein Heimtier optimal zu schützen, sollte es im besten Fall gar nicht erst gebissen werden. Ob Spot-on, Parasitenhalsband, Tabletten oder Öl – der Markt für Anti-Zeckenmittel ist groß. „Zu Beginn des Frühjahrs lohnt sich eine Beratung beim Tierarzt, denn es gibt verschiedene Präparate, die für Zecken abschreckend oder auch abtötend wirken. Aber nicht jedes Produkt ist für jedes Tier geeignet. Der Wirkstoff Permethrin etwa ist für Hunde gut verträglich, während er für Katzen giftig ist“, sagt Sarah Ross. Einen natürlichen Schutz bietet Kokosöl, welches man in das Fell reiben kann. Die in dem Öl enthaltene Laurinsäure schreckt die Zecken ab. Allerdings ist die Wirkungsdauer nur begrenzt, sodass man den Kokos-Schutz etwa alle sechs Stunden erneuern sollte.