„planet e.“ im ZDF über „Tierversuche auf dem Prüfstand“

PETA demonstriert in Stuttgart gegen Tierversuche. Quellenangabe: „obs/ZDF/Kristin Siebert“

Mainz (ots) – An etwa zwei Millionen Tieren wird jährlich in deutschen Laboren experimentiert. Gibt es Alternativen oder lässt sich auf Tierversuche nicht verzichten, da sie zur Heilung von Krankheiten notwendig sind? Am Sonntag, 22. April 2018, 16.30 Uhr, nahm „planet e.“ im ZDF „Tierversuche auf den Prüfstand“.

Es ist ein Dilemma: Auf der einen Seite leiden und sterben täglich Tausende Tiere in Laboren für medizinische Zwecke. Auf der anderen Seite helfen gerade diese Tierversuche vielen Menschen, ihr Leben ein Stück erträglicher zu machen. Aktivistengruppen wie PETA halten die Versuche für Tierquälerei, bezweifeln ihren praktischen Nutzen und verlangen den ausnahmslosen Ausstieg. Viele Wissenschaftler dagegen halten die Belastung für die Tiere meist für vertretbar. Es bleiben ethische Fragen: Dürfen Menschen zu ihrem Nutzen mit Tieren experimentieren? Wo sind Tierversuche unerlässlich? Und gibt es Alternativen?

Eine Biotechnologie-Firma in Berlin arbeitet an handgroßen Multiorganchips, mit deren Hilfe herausgefunden werden soll, welche Diabetes-Medikamente wirklich helfen. In jahrzehntelangen Tierversuchen hatte man bisher keinen Erfolg. Man stieß immer wieder an Grenzen, die Ergebnisse auf den Menschen zu übertragen. Der Multiorganchip arbeitet mit menschlichen Zellen und kann komplexe systemische Vorgänge abbilden, wie sonst nur der Tierversuch. Somit könnte er in Zukunft 70 Prozent aller Tierversuche für die Medikamentenentwicklung ersetzen. Doch noch funktioniert das nicht bei allen Krankheiten: „planet e.“ begleitet die hörgeschädigte Patientin Sabine Kubalek-Schröder, die von Tierversuchen profitiert hat: Sie trägt ein sogenanntes Cochlea-Implantat, das mit Versuchen an Katzen und Meerschweinchen entwickelt wurde und seit Jahrzehnten im Einsatz ist.

Derzeit wird am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen an einer neuen Generation von Hörimplantaten geforscht. Die Experimente direkt am Menschen durchzuführen, wäre ein unzumutbares Risiko, sagen die Hörforscher. Deshalb werden sie zuvor an Mäusen und Weißbüschelaffen getestet. „planet e.“ ist mit dem Tierschützer Anand Nithoo auf Spurensuche in den Wäldern von Mauritius, wo viele der Primaten herkommen.