Start der Europäischen Bürgerinitiative „Fur Free Europe“

Foto: Otwarte_Klatki

Der europäische Tierschutzdachverband „Eurogroup for Animals“ hat heute mit seinen Mitgliedern – unter anderem dem Deutschen Tierschutzbund – sowie anderen Organisationen die Europäische Bürgerinitiative „Fur Free Europe“ gestartet. Ziel der offiziell bei der Europäischen Kommission registrierten Bürgerinitiative ist es, innerhalb eines Jahres eine Million Unterschriften zu sammeln, um die Pelztierhaltung und den Handel mit Zuchtpelzprodukten in Europa endgültig abzuschaffen. Wer mit seiner Stimme unterstützen möchte, kann dies online unter de.furfreeeurope.eu tun.

„Während die letzte Pelztierfarm in Deutschland 2019 geschlossen hat, geht das sinnlose Töten von Pelztieren in anderen europäischen Staaten weiter. Aus ethischer Sicht ist die Zeit schon lange gekommen, ganz Europa pelzfrei zu machen. Nun ist auch politisch, wirtschaftlich und aus Gründen der Gesundheitsfürsorge für den Menschen die Gelegenheit da, ein Ende der Pelztierzucht herbeizuführen“, sagt Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Mitglied des Vorstands der Eurogroup for Animals. Reineke Hameleers, CEO der Eurogroup for Animals, kommentiert: „Wir fordern die Öffentlichkeit auf, uns dabei zu helfen, Geschichte zu schreiben und Pelz ein für alle Mal in der EU zu verbieten.“

Mit Hilfe der Bürgerinitiative wird die EU aufgefordert, die Pelztierzucht sowie den Handel mit Zuchtpelzprodukten zu verbieten, weil die Produktion von Pelz mit erheblichem Tierleid verbunden ist, einen negativen Einfluss auf Mensch und Umwelt hat und nicht mehr zeitgemäß ist. Die komplexen Verhaltensbedürfnisse von Nerzen, Füchsen, Marderhunden und Chinchillas können in Pelztierfarmen nicht erfüllt werden. Die Haltung der Tiere in kleinen Käfigen und das Töten ausschließlich oder hauptsächlich wegen des Fells ist durch nichts zu rechtfertigen. Zudem stellen Pelztierfarmen ein Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier dar: Während der COVID-19-Pandemie waren hunderte von europäischen Nerzfarmen von SARS CoV-2-Ausbrüchen betroffen und neue Virus-Varianten wurden von Pelztieren auf Menschen übertragen. Außerdem schädigen Pelztierfarmen die Umwelt, unter anderem durch Emissionen, eine mangelhafte Entsorgung der Tierkadaver, häufig verwendete Chemikalien und den negativen Einfluss entkommener Pelztiere, wie amerikanischer Nerze, auf die heimische Tierwelt.

Immer mehr Länder Europas haben sich bereits für nationale Verbote entschieden, zahlreiche EU-Agrarminister haben die EU-Kommission zum Handeln aufgefordert und die europäische Bevölkerung positioniert sich in Meinungsumfragen schon lange klar gegen Pelz. Die Europäische Bürgerinitiative bietet nun die Gelegenheit, ein Ende offiziell einzuläuten. Sollten innerhalb eines Jahres EU-weit eine Million gültige Unterschriften für das Verbot gesammelt werden, muss die EU-Kommission darauf reagieren. Der Deutsche Tierschutzbund wird sich gemeinsam mit seinen Mitstreitern dafür einsetzen, dass ein Verbot gesetzlich festgelegt wird.