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Import von Hunden – Tierschutz oder Geschäft?

Foto: iStock.com

Haar bei München (ots)

- Corona hat die steigende Zahl illegaler Hundetransporte aus dem Ausland nochmals verstärkt.
- Infektionskrankheiten und Verhaltensauffälligkeiten machen Importtiere zur medizinischen Herausforderung.
- Experten fordern strengere Regularien - vor allem für den Online-Handel mit Tieren.
- Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sieht auch die Käufer in der Pflicht. 

Die Nachfrage nach Hunden in Deutschland boomt. Deutsche Hundezüchter können allerdings nur einen Teil des Bedarfs decken. Als Folge dieses Trends, der durch die Covid-19-Pandemie noch verstärkt wurde, werden immer mehr Hunde aus dem Ausland importiert – teilweise über offizielle Tierschutzkanäle, teilweise aber auch über illegale Wege. Auf der Expertise 2021, einer virtuellen Fachkonferenz von MSD Tiergesundheit, diskutierten am 12. Mai 2021 fünf Expertinnen und Experten im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema: “Import von Hunden – Tierschutz oder Geschäft?”. Im Fokus standen hier vor allem die medizinischen Herausforderungen, die der illegale Welpen-Handel sowie der Import von Hunden über vermeintliche Tierschützer aus dem europäischen Ausland mit sich bringt und die Frage, was den Kampf gegen die kriminellen Geschäfte so schwierig macht. Um illegale Hundeimporte einzudämmen, fordern die Panelisten einstimmig strengere Regularien – insbesondere für den Online-Handel mit Tieren. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nimmt dabei auch die Käufer in die Pflicht: “Wer sich ein Tier anschaffen will, der muss wissen – Tiere gibt es nicht zum Schnäppchenpreis. Es ist wichtig, sich gut zu informieren, um Leid zu vermeiden.”

Zahl illegaler Hundeimporte im letzten Jahr verdreifacht

Einen Welpen der Wunschrasse aus dem Ausland zu kaufen oder einen Hund zu retten und ihm ein besseres zu Hause zu bieten – dieser Wunsch zukünftiger Hundebesitzer wird leider häufig von kriminellen Hundeimporteuren ausgenutzt. Im Fokus steht dabei keinesfalls das Wohl der Tiere: Welpen beliebter Rassen werden in sog. Vermehrungsstationen gezüchtet, zugunsten des Profits viel zu jung von der Mutter getrennt und ohne ausreichenden Impfschutz unter nicht mit dem Tierschutz zu vereinenden Transportbedingungen über die Ländergrenzen hinweg verkauft. Laut Tierschutzbund sind im letzten Jahr dreimal so viele Hunde über illegale Wege nach Deutschland gekommen wie im Jahr zuvor. Und auch für 2021 scheint der Trend nicht abzureißen [1]. “Das Problem illegaler Hundeimporte ist nicht neu” so Dr. Petra Sindern vom Bundesverband praktizierender Tierärzte. “Was das Thema aktuell jedoch so brisant macht, ist die starke Zunahme an illegalen Importen. Die Corona-Einsamkeit der Menschen hat den Trend verschärft – der deutsche Welpenmarkt ist wie leergefegt.”

Auch bei Angeboten auf Social Media Plattformen wie Facebook oder Ebay sehen die Expertinnen und Experten des Panels ein großes Problem. Händler locken mit Schnäppchenpreisen und bauen beim zukünftigen Halter emotionalen Druck auf, beispielsweise mit der Rettung aus angeblichen Tötungsstationen. Eine strafrechtliche Nachverfolgung ist durch die Anonymität der Händler für die Behörden kaum möglich.

Illegale Importe gefährden die Tiergesundheit

Der illegale Import von Hunden stellt Tierärzte und Tierheime hierzulande vor eine medizinische Herausforderung. “Erkrankungen, die im mitteleuropäischen Raum so gut wie ausgestorben sind, flammen durch infizierte Importwelpen aus Ost- oder Südeuropa wieder auf”, so Dr. Michael Leschnik von der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. Auch kommen die Tiere häufig mit unbekannten Krankheitsbildern in die Praxen, deren Erreger sich im schlimmsten Fall auf den Menschen übertragen können.

Eine Umfrage von MSD Tiergesundheit unter rund 550 Tierärzten zeigt zudem, dass viele Tierhalter sich der gesundheitlichen Probleme ihrer neu gekauften Hunde gar nicht bewusst sind. Sie werden beim ersten Besuch des Tierarztes mit ausstehenden Impfungen, Parasitenbefall und gestörten Verhaltensmustern der Tiere überrascht. Damit einher geht eine finanzielle Herausforderung für die Besitzer und ein hoher zeitlicher Beratungsaufwand seitens der Ärzte. MSD Tiergesundheit hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, zukünftige Halter zu unterstützen, seriöse Tierhändler zu erkennen und über die Gefahren illegaler Hundeimporte aufzuklären. Auch Dr. Michael Leschnik betont: Prävention lohnt sich und ist im Zweifel einfacher, nachhaltiger, billiger und mit weniger Stress verbunden als die Behandlung selbst.”

Politik und Panelisten fordern strengere Regularien

Doch der Kampf gegen die kriminellen Machenschaften ausländischer Tierhändler ist schwer. Die Händler sind gut angepasst und agieren anonym. In ihrer Eröffnungsrede fordert Julia Klöckner via Videobotschaft daher einheitliche und für alle verpflichtende Branchenstandards zum Handel mit Tieren, eine bessere Rückverfolgung der Importwege (insbesondere Online) sowie zentrale, von den Ländern eingerichtete, Kontrollinstanzen. Und auch die Panelisten der Expertise sind sich einig, dass nur das Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen dem Problem Herr werden kann. Ihre Forderungen an die Politik:

-  Eine EU weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Importtiere 
-  Eine länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Kontrolle und Strafverfolgung von illegalem Tierhandel 
-  Verbindliche und strenge Regularien für den Online-Handel mit Tieren  

Potenzielle Käufer von Importtieren sind laut der Expertinnen und Experten vor allem in der Pflicht, sich über die Herkunft der Tiere zu informieren und Anzeichen für illegale Machenschaften, wie beispielsweise anonyme Übergabeorte oder fehlende Kontaktangaben zum Händler, nicht zu ignorieren.

Die Panel-Teilnehmer im Überblick:

-  Priv.-Doz. Dr. Michael Leschnik (Vetmeduni Wien) 
-  Dr. Petra Sindern (Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V.) 
-  Lisa Hoth (Tierärztin, Deutscher Tierschutzbund) 
-  Daniela Rickert (Amtstierärztin) 
-  Natascha Hirschmann (Vorsitzende, Tierheim Alsfeld)  

[1] Deutscher Tierschutzbund: Auswertung zum illegalen Heimtierhandel 2020 (10.05.202): https://ots.de/c9Ox7R

Über MSD Tiergesundheit

MSD ist ein führendes globales Gesundheitsunternehmen, das seit mehr als 125 Jahren neue Lösungen für Gesundheitsprobleme weltweit erforscht und weiterentwickelt. MSD Tiergesundheit ist die Tierarzneimittel und -gesundheitsmanagementsparte von MSD – in den USA und Kanada Merck & Co., Inc., mit Sitz in Kenilworth, NJ, USA. Als eines der bedeutendsten forschenden Pharmaunternehmen in der Veterinärmedizin bietet MSD Tiergesundheit Tierärzten, Landwirten, Tierhaltern und Regierungen eines der größten Portfolios an Tierarzneimitteln, Impfstoffen, Gesundheitslösungen und Dienstleistungen im Bereich Gesundheitsmanagement sowie eine umfangreiche Palette von digital vernetzten Produkten zur Identifizierung, Rückverfolgbarkeit und Überwachung. Um auch weiterhin mit wirksamen Mitteln die drängendsten Krankheiten unserer Zeit zu heilen, zu lindern oder zu verhindern, investiert MSD intensiv in Forschung und Entwicklung. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention von Krankheiten und Seuchen durch die Entwicklung von wirksamen Impfstoffen. MSD Animal Health ist in mehr als 50 Ländern vertreten. Die Produkte sind in rund 150 Märkten weltweit erhältlich. In Deutschland hat die Unternehmensgruppe ihren Hauptsitz in Haar bei München. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.msd-tiergesundheit.de.

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Mit Hund ins Büro?

Foto: Fressnapf Holding SE

Krefeld (ots)

#MeinTierbleibtbeimir

Fressnapf-Umfrage: Knapp jeder fünfte Hundehalter nimmt sein Tier nach dem Lockdown mit zur Arbeit +++ Aktionstag “Kollege Hund” des Deutschen Tierschutzbundes und Pedigree am 24. Juni

Rund eine Million Haustiere haben während der Corona-Pandemie ein neues Zuhause in deutschen Haushalten gefunden. Nach der jüngsten Studie* des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und des Industrieverbands Heimtier (IVH) lebt demnach in gut jedem zweiten Haushalt ein Tier. Kein Wunder: Viele Menschen arbeiteten in den letzten Monaten überwiegend im Homeoffice, in Kurzarbeit oder verloren sogar ihren Arbeitsplatz – und hatten damit deutlich mehr Zeit für Familie und Haustiere. In Zeiten sinkender Inzidenzen und steigender Impfquoten kommt jetzt ein “neuer normaler” Arbeitsalltag in Sicht: Nach dem Sommer werden deutlich mehr Menschen täglich oder mehrmals pro Woche ins Büro gehen. Höchste Zeit also, sich zur fragen: Was passiert dann mit meinem Haustier?

Familie als Hundesitter favorisiert

Dass sich viele TierhalterInnen noch im Unklaren darüber sind, wie ihr Alltag mit Haustier nach dem Corona-Lockdown aussieht, zeigt eine aktuelle Fressnapf-Umfrage unter 280 HundehalterInnen. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nach dem Corona-Lockdown ihr Tier mit zur Arbeit nehmen würden. 39 Prozent würden den Hund eher in die Familie geben, drei Prozent in eine Hundetagesstätte. 40 Prozent aller HundehalterInnen sind hingegen noch unsicher, wie sie nach Corona verfahren. “Wichtig ist, dass die Tiere auch im Arbeitsalltag gut und verlässlich betreut werden und man sich ausreichend Zeit für seinen Hund nimmt”, unterstreicht Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. Für HundehalterInnen ist es ratsam, sich bereits jetzt mit der Frage zu beschäftigen, ob der tierische Mitbewohner mit ins Büro soll – und vor allem darf. “Bitten Sie frühzeitig Ihren Arbeitgeber und Ihre KollegInnen um Einverständnis. Sprechen Sie gemeinsam Themen an, um mögliche Sorgen oder Vorbehalte auszuräumen”, sagt Kristian Peters-Lach von Fressnapf und der Initiative “Tierisch engagiert”. “Dieser Vorlauf ist wichtig, damit sich alle an die neue Situation gewöhnen und Sie gegebenenfalls Maßnahmen innerhalb des Büros oder notwendige Anschaffungen wie einen Liegeplatz planen können.” Denn auch auf die richtige Ausstattung des “Arbeitsplatzes” für den Vierbeiner kommt es an. Beratung dazu gibt es auch in den Fressnapf-Märkten sowie online unter: www.fressnapf.de/kollege-hund

Aktionstag “Kollege Hund” für mehr Vierbeiner im Büro

Am 24. Juni rufen der Deutsche Tierschutzbund und Pedigree zum Aktionstag “Kollege Hund” auf. Dieser soll tierfreundliche Unternehmen animieren, ihren MitarbeiterInnen zu ermöglichen, den Vierbeiner mit ins Büro zu nehmen und den Arbeitsalltag mit Hund auszutesten. Mit der Aktion sollen Berührungsängste abgebaut und gezeigt werden, dass Job und Hund durchaus vereinbar sind. Wie das klappen kann, zeigt Fressnapf: In der Unternehmenszentrale in Krefeld und in allen rund 950 Märkten in Deutschland ist der Arbeitsalltag mit Hund längst gelebte Praxis. Allein in Krefeld sorgen mehr als 120 Hunde zu normalen Bürozeiten für eine sprichwörtlich lebendige Arbeitsatmosphäre. Damit dieser Arbeitsalltag gut funktioniert, haben die Fressnapf-MitarbeiterInnen das Miteinander zwischen Mensch und Hund in einem “Hundeknigge” festgelegt. Dieser regelt zum Beispiel, dass die Hunde überall willkommen sind, Kantine, Wasch- oder Konferenzräume aber tabu sind. Zudem sind alle Vierbeiner grundsätzlich angemeldet, versichert, geimpft und gut erzogen. Mittags gehen die Kollegen mit den Hunden zum Toben auf die eigene baumreiche Hundewiese oder im benachbarten Park spazieren.

Mehr praktische Tipps und Erfahrungsberichte für HundehalterInnen unter: www.fressnapf.de/kollege-hund

Mehr Informationen zum Aktionstag “Kollege Hund” unter: Kollege Hund (tierschutzbund.de)

*Vgl.: ZZF: Marktdaten

Über die Fressnapf-Gruppe:

Die Fressnapf-Gruppe ist europäischer Marktführer für Heimtierbedarf. Seit Eröffnung des ersten “Freßnapf-“Fachmarktes 1990 in Erkelenz (NRW) ist Gründer Torsten Toeller unverändert Unternehmensinhaber. Sitz der Unternehmenszentrale ist Krefeld, weitere Büros gibt es in Düsseldorf, Venlo (NL) sowie den zehn Landesgesellschaften. Heute gehören rund 1.700 Fressnapf- bzw. Maxi Zoo- Märkte in elf Ländern sowie fast 15.000 Beschäftigte aus über 50 Nationen zur Unternehmensgruppe. In Deutschland wird die überwiegende Anzahl der Märkte von selbstständigen Franchisepartnern betrieben, im europäischen Ausland als eigene Filialen. Mehr als 2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz erzielt die Unternehmensgruppe jährlich. Darüber hinaus ist die Fressnapf-Gruppe Förderer verschiedener, gemeinnütziger Tierschutzprojekte und baut ihr soziales Engagement unter der Initiative “Tierisch engagiert” stetig aus. Mit der Vision “Happier Pets. Happier People.” versteht sich die Fressnapf-Gruppe kanalunabhängig als kundenzentriertes Handelsunternehmen, welches ein Ökosystem rund um das Haustier erschafft. Zum Sortiment gehören aktuell 16 exklusiv bei Fressnapf l Maxi Zoo erhältliche Marken aller Preiskategorien. Die Mission des Unternehmens lautet: “Wir verbinden auf einzigartige Weise, rund um die Uhr und überall Produkte, Services, Dienstleistungen sowie Tierliebhaber und ihre Tiere und machen so das Zusammenleben von Mensch und Tier einfacher, besser und glücklicher!”