Tierschutzorganisation Animals‘ Angels fordert: Keine Abfertigung von Tiertransporten im Sommer

Foto: „obs/Animals‘ Angels“

- Tiertransporte bei großer Hitze 
- Bund und Länder streiten über Zuständigkeit
- Bußgelder von bis zu 25.000 Euro drohen 

„Tiertransporte im Hochsommer bei über 30 Grad sind rechtlich untersagt.“ Im Juli 2019 forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner von den Bundesländern die Einhaltung der europäischen Tierschutztransportverordnung.[1] Trotzdem wurden im August 2019 beispielsweise 3.600 Schweine nach Serbien transportiert, obwohl dort an 24 von 31 Tagen Temperaturen von über 30 Grad herrschten.

Seit Jahren streiten sich Veterinärämter, Bundesländer und der Bund um die Zuständigkeit bei Tiertransporten. 2019 hat Frau Klöckner die Bundesländer noch einmal aufgerufen, keine Tiertransporte bei großer Hitze zu erlauben. Die Länder erwarten jedoch eine eindeutige Regelung vom Bund. Und Veterinäre, die nicht als „Steigbügelhalter für tierschutzwidrige Tiertransporte herhalten“[2] wollen, erhalten meist keine Rückendeckung.

Die Tierschutzorganisation Animals‘ Angels fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, noch vor dem Beginn der warmen Sommermonate gemeinsam mit den Bundesländern klare Verhältnisse zu schaffen. „Nur wenn deutschlandweit klare Handlungsanweisungen zur Genehmigung und der Kontrolle von Tiertransporten im Sommer bestehen, kann das Leiden für die Tiere beendet werden, dass trotz der Gesetzgebung seit Jahren auf den Straßen herrscht“, so Irene Weiersmüller, die für die Tierschutzorganisation Animals‘ Angels Tiertransporte begleitet.

Hohe Temperaturen machen die ohnehin schon belastenden Langstreckentransporte für Tiere zu einer Tortur. Übliche Transportfahrzeuge sind nicht klimatisiert. Die Ventilatoren können die Temperaturen nicht unter die Außentemperatur senken. Die hohen Temperaturen kombiniert mit der Enge, unzureichendem Luftzug und Wasserzugang verursachen massiven physischen und psychischen Stress. Trotz der seit Jahren bekannten Missständen bei Tiertransporten, insbesondere in den heißen Sommermonaten, werden Transporte auch im Sommer noch immer genehmigt und durchgeführt. „Das Leid der Tiere wird völlig ausgeblendet“, so Irene Weiersmüller weiter.

Bei der Agrarministerkonferenz im September 2019 wurde entschieden, dass Transporte bei über 30 Grad eine Ordnungswidrigkeit sind und mit bis zu 25.000 EUR Bußgeld geahndet werden können.

Ob diese Entscheidung konsequent umgesetzt und kontrolliert wird und zu mehr Tierschutz führt, wird sich in diesem Sommer zeigen.

Die Forderung nach einem Stopp von Tiertransporten im Sommer unterstreicht Animals‘ Angels unter anderem mit der Aufklärungskampagne #StopHeatSuffering in den Sozialen Netzwerken. Über hundert Nutzer haben sich bereits angeschlossen. Seit 15. Juni weist die Organisation außerdem an über hundert Autobahnraststätten mit Plakaten auf das Schicksal der Tiere bei Transporten hin.