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Tui Cruises in der Kritik wegen Anlandungen auf den Färöer-Inseln nach Walmassakern

Hagen (ots) – Alljährlich finden überwiegend in den Sommermonaten auf den Färöer-Inseln nördlich von Großbritannien grausame Walmassaker statt. Alleine in den letzten zwei Monaten wurden über 700 Grindwale und andere Delfinarten bei Treibjagden auch in unmittelbarer Nähe des Anlandungshafen von Kreuzfahrtschiffen in der Inselhauptstadt Tórshavn blutig abgeschlachtet.

Seit Sonntag hat eine Aktion auf Facebook dazu geführt, dass mehrere Hundert Tierschützer auf der Tui Cruises-Seite eine erhebliche Abwertung des Unternehmens herbeigeführt haben, weil Tui Cruises im Gegensatz zu anderen deutschen Kreuzfahrtunternehmen die Inselgruppe weiterhin anläuft. Etliche kritische aber sachliche Beiträge wurden von Tui Cruises gelöscht und Teilnehmer blockiert.

Nach jahrelangen Interventionen des Wal und Delfinschutz-Forum (WDSF) und vielen Protesten von Tierfreunden hatten die Kreuzfahrtunternehmen Aida, Costa Crociere, HapagLloyd und TransOcean aus der Verantwortung gegenüber der Crew und Gästen und aus Gründen des Tierschutzes entschieden, die Färöer-Inseln nicht mehr anzulaufen.

Tui Cruises hatte dem WDSF mehrfach mitgeteilt, dass das Unternehmen den Walfang zwar verurteile und seine Gäste entsprechend informieren würde, aber weiterhin an seinen Anlandungen festhalten wolle. Das WDSF hat nach eigenen Angaben recherchiert, dass von insgesamt 19 angebotenen Landausflügen bei der Anlandung von “Mein Schiff 4” vier offizielle Walfangorte auf dem Programm der Inselgruppe stehen (Tórshavn, Vestmanna, Sandavágur und Midvágur). Dort sollen alleine in den letzten fünf Jahren 1346 Meeressäuger brutal an den Strandabschnitten abgeschlachtet worden seien. Seit 2010 beliefe sich die Anzahl der getöteten Wale und Delfine auf fast 6000 Tiere auf der zu Dänemark gehörenden teilautonomen Inselgruppe, so das WDSF.

Die Landausflüge werden von TUI Cruises als “Familienausflüge” deklariert. Die Gäste wären nach Angaben des WDSF allerdings nicht nur dem Risiko ausgesetzt, mit ihren Kindern Augenzeugen einer blutigen und grausamen Waljagd zu werden, sondern durch das in vielen Restaurants angebotene und nicht als solches deklarierte Walfleisch gesundheitlich gefährdet, weil es stark mit PCB und Quecksilber kontaminiert sei. TUI Cruises bezeichnet die Ausflüge auf den Färöer-Inseln als “totale Entspannung” und verweist auf die “köstliche Landesküche”. Am kommenden Freitag ist erneut eine Anlandung auf den Färöer-Inseln vorgesehen.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: “Wir hoffen nach wie vor, dass bei der Unternehmensleitung von Tui Cruises mit der Geschäftsführerin Wybcke Meier die Einsicht siegt, dass ein eigener Boykott der Färöer-Inseln aus Tierschutz- und Wirtschaftsgründen mehr zur Einsicht der Waljäger beitragen kann, als sämtliche bisher ungehört geblieben Appelle aus aller Welt, die unzeitgemäßen Walmassaker zu stoppen. Bis dahin haben wir zum Boykott von Tui Cruises aufgerufen.”

Weitere Informationen des WDSF zum Thema auf seiner Homepage: http://ots.de/2eDEE

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Tipps zum Katzenschutz im Urlaub

 

Frei lebende Katzen werden in Hotelanlagen im Ausland oft nur geduldet.
Frei lebende Katzen werden in Hotelanlagen im Ausland oft nur geduldet.

Während des Urlaubs in Hotelanlagen werden Touristen oftmals mit frei lebenden Straßenkatzen konfrontiert. Die Tiere sind oft unternährt und in schlechtem gesundheitlichen Zustand. Auch wenn die Absicht gut ist, stellt kurzzeitiges Füttern der Tiere jedoch keine nachhaltige Lösung dar. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund anlässlich der Sommerferien hin, die gerade in Nordrhein-Westfalen gestartet sind und in den kommenden zwei Wochen auch in den restlichen Bundesländern beginnen.

Eine ähnliche Problematik gibt es auch in Deutschland, wo Katzenwelpen zu den Touristenmagneten bei Urlauben auf dem Bauernhof gehören.

„Frei lebende Katzen in Hotelanlagen werden nach der Saison vertrieben oder sogar getötet. Auch Vergiftungsaktionen können stattfinden“, erklärt Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Obwohl es nachvollziehbar ist, dass viele Touristen aus Mitleid füttern, sollten sie sich besser an örtliche Tierschutzvereine wenden, die die Tiere an festen Futterstellen betreuen, medizinisch versorgen und die Population der Tiere nachhaltig und tierschutzgerecht durch das Prinzip „Einfangen, Kastrieren, Freilassen“ minimieren.“ Hierzu ist es hilfreich, sich bereits im Vorfeld des Urlaubes nach Tierschutzvereinen zu erkundigen, die nachhaltigen Tierschutz vor Ort betreiben.

Katzenwelpen als Attraktion

Junge Katzen zum Streicheln und Kuscheln gehören für viele zum Urlaub auf dem Bauernhof dazu. Aus Tierschutzsicht ist dabei wichtig, dass der Halter seine Verantwortung wahrnimmt, die Tiere – Jungkatzen wie ausgewachsene Katzen – medizinisch versorgt, artgemäß füttert und die Tiere im angemessenen Alter kastrieren lässt. Immer wieder beobachten Urlauber und Tierschützer jedoch, dass dies auf vielen Bauernhöfen nicht in ausreichendem Maße der Fall ist: Oftmals leiden die Tiere unter Katzenschnupfen, Würmern oder Flöhen. Die Elterntiere vermehren sich teils völlig unkontrolliert. Urlauber können helfen, indem sie den Landwirt auf die enorme Vermehrungsrate von Katzen aufmerksam machen und die Vorteile der Kastration erläutern.

Der Deutsche Tierschutzbund macht sich mit seiner Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ für die Kastration von Katzen stark und informiert, wie sich durch Kastration das Leid frei lebender Straßenkatzen vermeiden lässt (www.tierschutzbund.de/katzenschutz).